Welcher Planet schien im Durchmesser zu schrumpfen?

Die Messenger-Sonde der NASA fotografierte den Merkur weniger als 240 Kilometer (150 Meilen) ĂŒber seiner OberflĂ€che.

Der kleinste Planet im Sonnensystem wird kleiner. Die Erde ist ein mittelgroßer Planet und 20 Mercurys könnten in ihr Volumen passen. Obwohl der Durchmesser von Mercurius nur 4,879 Kilometer betrĂ€gt, haben Astronomen Anzeichen dafĂŒr, dass er schrumpft. Raumfahrzeuge, die an dem Planeten vorbeigingen, haben Informationen zur Erde zurĂŒckgeschickt, und Wissenschaftler haben ungewöhnliche Landformen bemerkt. Bilder von Merkurs OberflĂ€che geben Hinweise auf Transformationen, die ĂŒber lange ZeitrĂ€ume hinweg stattgefunden haben.

Besuche auf dem Planeten

Im November 1973 startete die NASA die Raumsonde Mariner 10, um Daten ĂŒber Quecksilber zu sammeln. Fast fĂŒnf Monate spĂ€ter flog es zum ersten Mal am Planeten vorbei. Im folgenden Jahr machte Mariner zwei weitere Pass von Merkur. Fotos aus einer relativ nahen Umgebung zeigten Falten auf der OberflĂ€che. Im Jahr 2004 fuhr die Messenger-Sonde der NASA auf den Planeten. Zwischen Januar 2008 und September 2009 nĂ€herte sich die Sonde Mercury dreimal. Im Jahr 2011 betrat Messenger die Umlaufbahn des Planeten. Bilder zeigten steile Grate an der OberflĂ€che.

Schau mal

Die von Mariner 10 aufgenommenen Fotos deckten etwa 45 Prozent der OberflĂ€che des Merkur ab. Die Wissenschaftler verwendeten dann Messungen der Falten und Grate auf der OberflĂ€che, um die GrĂ¶ĂŸe der Planetenschrumpfung zu schĂ€tzen. Es zeigte sich, dass sich der Planet zusammenzog, Ă€hnlich wie eine Traube zu einer Rosine schrumpft. Viele Jahre spĂ€ter schickte Messenger Fotos des gesamten Planeten mit besserer Beleuchtung und AusrĂŒstung zurĂŒck. Details in diesen Bildern zeigten mehr ĂŒber die Topologie des Planeten. ZusĂ€tzlich zu den Klippen hat Messenger viele Verformungen an der OberflĂ€che gefunden und dabei Formen wie Kreise, Bögen und Polygone erzeugt.

Was ist los

Merkur hat einen ungewöhnlich großen Kern fĂŒr einen Planeten. Viel davon ist Eisen, aber seine anderen Bestandteile sind unbekannt. Radarbeobachtungen von der Erde haben entdeckt, dass ein Teil des Kerns flĂŒssig ist. Merkurs Schrumpfung scheint auf die AbkĂŒhlung dieses Mittelbereichs zurĂŒckzufĂŒhren zu sein. Der kleine Planet hat einen so großen Kern, dass sich WĂ€rme schnell von der Mitte zur OberflĂ€che bewegt und der Kern sich zusammenzieht. Wenn es kleiner wird, Ă€ndert sich die Gravitationskraft zwischen dem Kern und der OberflĂ€che. Dieser neue Zug verursacht die Bildung von Rippen und Falten. Bisher gibt es keinen Hinweis darauf, dass der Kern eines anderen Planeten abkĂŒhlt.

Kleiner und kleiner

Quecksilber begann sich vor etwa 4,5 Milliarden Jahren zu bilden. Nach der Durchsicht von Daten aus Mariner 10 glaubten Wissenschaftler, dass der Durchmesser von Merkur seit dieser Zeit um 2 oder 3 Kilometer geschrumpft ist. Mit Hilfe von Computermodellen schĂ€tzten die Forscher jedoch, dass die Reduktion zwischen 10 und 20 Kilometern (6,2 und 12,4 Meilen) weitaus grĂ¶ĂŸer sein sollte. Im 21. Jahrhundert zeigten die von Messenger gesammelten Informationen, dass die Schrumpfung eher den Computermodellen entsprach: etwa 11 Kilometer oder fast 7 Meilen.

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