Die Vorteile von gefÀrbten Bakterien

Mikrobiologen untersuchen mikroskopisch die Eigenschaften von Mikroorganismen wie Algen, Protozoen, Bakterien, Pilzen und Viren. WÀhrend einige Organismen, wie Protozoen und Hefezellen, leicht unter Verwendung einer feuchten Halterung zu beobachten sind, erfordern Bakterienzellen eine FÀrbung. Die Wissenschaftler entwickelten verschiedene Methoden wie Gram-FÀrbung, sÀurefeste FÀrbung und FluoreszenzfÀrbung zur besseren Visualisierung von Bakterienzellen und Zellstrukturen. Mit solchen FÀrbemethoden lassen sich strukturelle Merkmale identifizieren, die zur Klassifizierung von Bakterien beitragen.

Bessere Visualisierung

Bakterielle Organismen sind so klein, dass die meisten nur unter einem Mikroskop mit einer 1000-fachen VergrĂ¶ĂŸerung sichtbar sind. Eine bloße Vergrßerung der Grße liefert jedoch keinen ausreichenden Grad an Klarheit, so daß Bakterien daher vor der Beobachtung gefĂ€rbt werden mĂŒssen, um die fĂŒr die Visualisierung erforderliche Klarheit zu schaffen.

Identifikation und Klassifizierung

FĂ€rbebakterien zur Unterscheidung zwischen Bakterienarten ist als differentielle FĂ€rbung bekannt. Die Gram-FĂ€rbung ist eine solche differentielle FĂ€rbung, die auf der Basis ihres Zellwandgehalts zwischen Bakterien unterscheidet. Bei dieser Methode reagieren die Bakterienzellen mit einer Kristallviolett-FĂ€rbung, um eine violette Farbe anzunehmen. Beim HinzufĂŒgen eines EntfĂ€rbungsmittels verlieren einige Bakterienzellen ihre Farbe, andere dagegen nicht. Bei Zugabe von Safranin-FĂ€rbung nehmen die entfĂ€rbten Zellen den Farbstoff auf, um rot zu erscheinen, wĂ€hrend die Bakterienzellen, die keine Farbe verloren haben, violett bleiben. Die Bakterienzellen, die die rote Farbe annehmen, werden Gram-negative Organismen genannt, und jene, die die Farbe nicht aufnehmen, werden als Gram-positive Organismen klassifiziert. Die Gram-FĂ€rbung bietet eine schnelle Methode zur initialen Identifizierung von Bakterien, die an Infektionen beteiligt sind. In Ă€hnlicher Weise hilft das sĂ€urefeste FĂ€rbeverfahren, die Organismen spezifisch zu identifizieren, die zu der Klasse von Bakterien gehören, die Mycobakterien genannt werden, wie Mycobacterium tuberculosis.

Erkennung der LebensfÀhigkeit

In Bakterienkulturproben ist es oft wichtig, das Vorhandensein lebender Bakterienzellen nachzuweisen. FĂ€rbemethoden wie fluoreszierende FĂ€rbung helfen zu erkennen, ob Zellkulturen lebensfĂ€hig sind oder nicht. Lebende Bakterien haben die FĂ€higkeit, die 5-Cyano-2,3-ditolyl-Tetrazoliumchlorid (CTC) -FĂ€rbung in einen Farbstoff umzuwandeln, der eine rote Fluoreszenz zeigt. Wenn Kulturen, die mit CTC gefĂ€rbt sind, eine solche Fluoreszenz emittieren, zeigt dies daher die Anwesenheit von lebensfĂ€higen Bakterien an. Propidiumiodid ist ein Farbstoff, der nur auf nicht-lebende Zellen wirkt, die geschĂ€digte Membranen besitzen, und daher nĂŒtzlich ist, um tote Bakterienzellen zu identifizieren.

Identifizierung von zellulÀren Strukturen

Die FĂ€rbung bietet eine Methode zur klaren Visualisierung mehrerer Zellstrukturen. Zum Beispiel erlaubt die Fuelgen-FĂ€rbemethode die Identifizierung des Zellkerns innerhalb von Bakterienzellen, wĂ€hrend die Alberts-FĂ€rbung zur Sichtbarmachung von metachromatischen Körnchen nĂŒtzlich ist. In Ă€hnlicher Weise erlaubt die SilberimprĂ€gnierungstechnik die Identifizierung von SpirochĂ€ten. Flagellen sind leicht zu beobachten, wenn sie mit Ryu-FĂ€rbung gefĂ€rbt sind. MalachitgrĂŒn-FĂ€rbung hilft, bakterielle Sporen zu identifizieren.

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